Gute Arbeit und Beteiligung

Wie verändert die digitale Transformation unsere Arbeitswelt?

Die digitale Transformation in Gesellschaft und Wirtschaft und damit auch im Arbeitskontext ist allgegenwärtig. Informations- und Kommunikationstechnologien verändern die Inhalte, Gestaltung und Organisation von Arbeit. Bisher offen ist, ob diese Entwicklungen menschliche Motive und Bedürfnisse hinsichtlich Guter Arbeit verändern und welche Folgen für die Beschäftigten sich aus diesen Entwicklungen ableiten. Daher gilt es nun zu beobachten, wie Digitalisierung Arbeitsanforderungen an Beschäftigte verändert und welche Folgen damit einhergehen. 

 

Was verstehen wir unter Guter Arbeit?

Nach arbeitswissenschaftlichen Erkenntnissen werden unter Guter Arbeit Arbeitsbedingungen verstanden, welche Beschäftigte als entwicklungsförderlich und im Hinblick auf ihre psychische und physische Gesundheit als schädigungsfrei wahrnehmen. Neben Charakteristika der Arbeitstätigkeit, wie etwa Autonomie und Bedeutsamkeit, sind darüber hinaus auch Anforderungen und Ressourcen im sozialen Umfeld (Kolleg(inn)en und Vorgesetzte) und der Organisation (u.a. Organisationskultur und -klima) zu berücksichtigen.

 

Wie stellen wir Gute Arbeit in der Zukunft sicher?

Zur Sicherung Guter Arbeit in naher Zukunft ist ein gestalterisches Eingreifen in die digitale Transformation notwendig. Konzepte wie Arbeit 4.0 oder Industrie 4.0 suggerieren, dass Informations- und Kommunikationstechnologien der entscheidende Faktor für die Neugestaltung unserer Arbeitswelt sind. Jedoch zeigt Forschung zusehends, dass der Mensch eine zentrale Rolle in Arbeitsprozessen behält. Zum einen beschränken menschliche Belastungsgrenzen die Möglichkeiten digitaler Technologien. Zum anderen liefern Beschäftigte jedoch wichtige Beiträge wie beispielsweise Kreativität, Flexibilität und sozialen Austausch. Dieses Potenzial gewinnt in der betrieblichen Praxis an Bedeutung, wird aber noch nicht vollständig genutzt und steht damit hinter technischer Innovation zurück. 

 

Welche Rolle spielt die Beteiligung der Beschäftigten bei der Sicherung Guter Arbeit?

Wichtiger Aspekt von gestalterischen Veränderungsprozessen ist die Beteiligung und Mitgestaltung durch das Individuum. Ein zunehmender Teil der Beschäftigten fordert mehr Eigenverantwortlichkeit in der Erfüllung ihrer Tätigkeiten sowie Mitbestimmung in Unternehmensentscheidungen und -entwicklung, welche sie durch ihre Tätigkeit mittragen. Besonderes Augenmerk gilt aber auch Beschäftigten, welche zum Beispiel aufgrund von Qualifikation und Status schlechteren Zugang zu Beteiligung und Mitsprache haben. Hier schafft Digitalisierung neue Möglichkeiten der Beteiligung. So bieten beispielsweise soziale Medien neben dem Wissensmanagement eine Kommunikationsplattform, um Probleme aufzuzeigen und über Lösungen abzustimmen. Darüber hinaus wächst durch die Digitalisierung eine Gruppe von Personen in neuen Beschäftigungsformen (zum Beispiel Crowdworker), welche ebenso (institutionell) vertreten werden sollte und deren Beteiligung neue Herausforderungen mit sich bringt.

Gute Arbeit – Was ist das?

Die Wirkung von Informations- und Kommunikationstechnologien auf Gesundheit, Wohlbefinden und Leistung der Erwerbstätigen